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RAUS finden

Europäischer Freiwilligendienst

Du suchst nach einer Möglichkeit ins Ausland zu gehen? Kostenlos? Und für eine längere Zeit? Du willst dich und die Welt einmal anders betrachten? Brauchst eine Pause von den ewig gleichen Fragen nach deiner Zukunft?

Dann mach' einen Europäischen Freiwilligendienst (EFD).

Mit dem EFD arbeitest und lebst du in einem gemeinnützigen Projekt im Ausland. Du lernst ein fremdes Land, eine andere Kultur, neue Leute kennen. Du verbesserst deine Sprachenkenntnisse. Und der EFD kann dir persönliche wie berufliche Orientierung geben.

Kurzum: Du sammelst Erfahrungen, die du wahrscheinlich nie mehr vergessen wirst.

Du hast Interesse? Dann kannst du dich auf dieser Seite weiter informieren.

 

Voraussetzungen?

Es gibt nur eine Bedingung: Du musst zwischen 17 und 30 Jahren alt sein.

Die Teilnahme hängt nicht von Zeugnisnoten oder sonstigen Leistungen ab. Du musst auch nicht die Sprache des Landes sprechen.

  •      Es war für mich eine magische Zeit, manchmal ein Chaos der Gefühle, Momente, die ich nie vergessen werde und eine Zeit, in der ich viel über mich selbst gelernt habe.
    Antonia Marquard, 19
  •      Die Zeit meines EFDs ist wohl die beste Zeit meines Lebens gewesen. Ich würde es sofort wieder tun und bin dankbar für alle Erfahrungen, die ich sammeln durfte.
    Zaid Hares Azadzoy, 26
Was bietet mir der EFD?

Mit dem EFD hast du folgende Möglichkeiten:

Mit dem Europäischen Freiwilligendienst kannst du fast kostenlos ins Ausland gehen - gefördert über das EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION.

  • Du kannst einen EFD in ganz Europa machen.
  • Ein EFD dauert zwischen zwei Monaten und einem Jahr. Manchmal sind auch kürzere Projekte möglich.
  • Du kannst in einem Kinderheim arbeiten, in einem Nationalpark, in einem Flüchtlingsprojekt, in einer Zirkusschule, oder, oder, oder... EFD-Projekte sind zu sozialen, ökologischen, kulturellen Themen möglich.
  • Die Reisekosten in die Fremde und zurück werden entfernungsabhängig bezuschusst. Du bekommst Taschengeld, freie Unterkunft und Verpflegung und deine Mobilität vor Ort wird ebenfalls sichergestellt. Manchmal geschieht das durch ein Nahverkehr-Ticket, manchmal durch ein Fahrrad.
  • Du erhältst einen Sprachkurs.
  • Selbstverständlich wirst du rundum versichert.
  • Du wirst auf deinen Dienst vorbereitet und wirst auch während deines Auslandsaufenthaltes betreut.
  • Deine Eltern erhalten weiterhin das Kindergeld.
  • Bist du auf besonderen Unterstützungsbedarf angewiesen, wird auch dieser gestellt.

 

Und am Ende bekommst du den Youthpass –
ein Zertifikat, welches dir bescheinigt, wo du warst und was du gelernt hast.

Hast du noch Fragen?

Schau auf unserer FAQ Seite. Dort findest du alle bisher gestellten Fragen mit ausführlichen Antworten.

FAQ

Wer steht hinter dem EFD?

Erasmus Plus Logo

Der EFD wird gefördert über das EU-Programm Erasmus+. Dies ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, das sich an alle jungen Menschen richtet. Neben dem EFD gibt es noch mehr Möglichkeiten, was du mit dem Programm in Europa machen kannst: Jugendinitiativen oder Jugendbegegnungen zum Beispiel. Mehr Informationen bekommst Du auf der Seite www.jugend-in-aktion.de

Logo von JUGEND für Europa

JUGEND für Europa ist die Agentur für das EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION. Sie sorgt dafür, dass der EFD vernünftig funktioniert und dass die finanzielle Förderung an Entsende- und Aufnahmeorganisationen gerecht vergeben wird.

Mehr Infos findest du unter www.jugendfuereuropa.de

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REIN schnuppern
Jugend für Europa Logo

Projektbeispiele zum Nachlesen

Der Europäische Freiwilligendienst hat viele Gesichter - mindestens so viele, wie es Projekte gibt. Damit du dir von der Vielfalt ein Bild machen kannst stellt JUGEND für Europa hier einige Projektbeispiele vor. Dabei wird klar: wer sich traut, kann viel erleben!

1 of 250: comeback 2015 - Teilnehmer im Portrait

Natürlich steht London nicht repräsentativ für Großbritannien – die Metropole ist wie viele andere Hauptstädte ein "Universum" für sich. Vielleicht auch deshalb hat Johannes dort weniger Europa-Skeptiker getroffen als bei einem Ausflug nach Leeds. Aber der Reihe nach.

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Charlie e(s)t moi: Als Europäische Freiwillige im angespannten Frankreich

Konflikte sind Teil des Europäischen Freiwilligendienstes. Meist sind sie zwischenmenschlich und lassen sich nach kurzer Zeit im Gespräch lösen. Bei politischen Krisen sieht das anders aus. Das Attentat auf die Redaktion des Magazins Charlie Hebdo in Paris versetzte Frankreich in einen Schockzustand. Die Gesellschaft streitet seither darüber, wie man mit Radikalisierung von Jugendkultur umgeht. Zwei Freiwillige aus Deutschland, die in Frankreich waren, versuchen eine Antwort zu geben.

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EFD in Serbien - Zwischen Jugendarbeitslosigkeit und Flüchtlingstransit

"Viele serbische Jugendliche wohnen mit 30 Jahren noch bei ihren Eltern", erzählt Nicole Hoyer, die ihren Europäischen Freiwilligendienst von 2014 bis 2015 in Vranje, Südost-Serbien geleistet hat. "Das fand ich am Anfang ein wenig befremdlich, ich selbst bin ja schon 29. Aber mit der Zeit habe ich verstanden, dass sie einfach keine andere Möglichkeit haben."

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"Ein langfristiges Projekt zahlt sich so viel mehr aus!"

Jugendbegegnungen, Fachkräfteaustausch, Europäischer Freiwilligendienst - alles zusammen in einem Projekt. Das internationale Stadtentwicklungsprojekt "ICYC – I City You City – I See You See" kombiniert über zwei Jahre hinweg an sieben europäischen Orten verschiedene europäische Mobilitätsmaßnahmen – Leitaktion 1 des EU-Programms Erasmus+ JUGEND IN AKTION in Hochform.

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Testimonials

  • Antonia Marquard, 19

    Antonias Gespür für Litauen

    Den Umzug aus der Heimat in ein fremdes Land erleben die Europäischen Freiwilligen nicht immer gleich als große Bereicherung. Meist vergeht eine gewisse Zeit, bis man sich in ungewohnter Umgebung eingelebt hat. Auch für Antonia Marquard war der Start in Vilnius nicht einfach, aber die Entscheidung trotzdem richtig. 

    Für Antonia steht früh fest, dass sie nach dem Abitur etwas völlig anderes machen wird. „Ich wollte auf keinen Fall sofort weiter lernen, die Schulbank drücken und Hausaufgaben machen“, erzählt sie. „Es war mein Wunsch, rauszugehen und ein anderes Land kennenzulernen.“ Ursprünglich wollte Antonia nach England, um ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen. Dazu kommt es jedoch nicht, weil sich kein passendes Projekt findet. Das Land ist der jungen Berlinerin allerdings weniger wichtig als das Projekt. Schließlich sendet ijgd (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste) Antonia nach Vilnius, wo sie in einer Schule für Kinder mit Behinderung ihren Europäischen Freiwilligendienst (EFD) leistet. Sie begleitet Kinder im Alter zwischen sechs und 21 Jahren durch den Tag und unterstützt die Fachkräfte bei der Physiotherapie.

    Vilnius ist anders als Berlin

    Die Wohnung, die sie sich mit anderen Freiwilligen teilt, liegt in einem Plattenbau und ist alles andere als komfortabel. Die Eingewöhnung dauert daher etwas länger. Aber ein Umzug verbessert die Lebensumstände. Problematisch empfindet Antonia auch den atmosphärischen Unterschied zwischen ihrer Heimatstadt Berlin und der litauischen Hauptstadt. Die mangelnde Offenheit, die Antonia in Vilnius registriert, stört sie sehr und wirft besonders zu Beginn viele Fragen auf. Obwohl in Vilnius mehr als eine halbe Million Menschen leben und die Stadt damit die größte Metropole im gesamten Baltikum ist, sind die Unterschiede gewaltig. „Das offene und multikulturelle Leben, das ich zu Hause gewohnt war, habe ich anfangs in Vilnius stark vermisst“, sagt Antonia. „In Vilnius leben nur Polen, Russen und Litauer. Die litauische Gesellschaft ist deutlich verschlossener.“ Doch mit der Zeit gewöhnt sie sich an die neue Umgebung. Dabei hilft ihr auch der intensive Kontakt zu Freiwilligen aus anderen europäischen Ländern.

    Den Job in der Schule und die Beschäftigung mit den Kindern geht sie von Beginn an mit viel Enthusiasmus an. Daher gewinnt Antonia schnell das Gefühl, dass es aufwärts geht und sie sich gut akklimatisiert. Die Sprache bereitet ihr im Alltag keine Probleme. Denn viele Litauer sprechen nicht nur Russisch oder Polnisch, sondern auch Englisch. „Das hat mich angenehm überrascht“, sagt sie. „Außerdem hatte ich bereits in der Schule etwas Russisch gelernt, was mir zusätzlich geholfen hat.“ Darüber hinaus besucht Antonia einen Litauischkurs, so dass sie sich mit der Zeit immer besser verständigen kann.

    Die Folgen der Geschichte sind greifbar

    Litauen ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Land, dessen Geschichte und Erfahrungen mit Russland überall greifbar sind. Letztlich ist auch der starke Nationalstolz ein Ergebnis der litauischen Vergangenheit. „Das Land wurde mehrfach von seinen Nachbarn überrannt“, sagt Antonia. „Alleine die Erfahrung der Sowjetzeit und des Zweiten Weltkriegs, als das Land zum Spielball zwischen Stalin und Hitler wurde, hat Spuren hinterlassen.“

    „Anlässlich der Nationalfeiertage wehen überall im Land Flaggen. Die Menschen singen Lieder, an jeder Ecke brennen Kerzen und alle Litauer sind voller Emotionen“, beschreibt Antonia die spezielle Stimmung. Was Antonia am Anfang eher merkwürdig erscheint, leuchtet ihr im Laufe der Zeit ein: „Ich habe die Menschen allmählich besser verstanden“, sagt sie. Die Angst der Litauer, die auch durch die Geschehnisse in der Ukraine wieder Nahrung erhalten hat, spüre man in vielen Gesprächen mit den Einheimischen. Dass die Wehrpflicht inzwischen wieder eingeführt wurde, bewertet Antonia als Resultat dieser Furcht. Das Verhältnis zu Russland sei generell angespannt. „Ich bin selber einmal nach Russland gereist“, berichtet sie. „Auf die Litauer, mit denen ich zu tun hatte, wirkte meine Reise eher befremdlich. Für sie kommt solch eine Reise ins große Nachbarland überhaupt nicht infrage.“

    Skepsis und Zurückhaltung

    Die Einstellung der Regierung und vieler Landsleute zur Flüchtlingsfrage betrachtet Antonia kritisch: „Ich finde die Haltung, keine Flüchtlinge aufnehmen zu wollen, nicht in Ordnung“, meint sie. „Die Europäische Union ist kein Wunschkonzert, bei dem sich jeder Staat das herausnimmt, was ihm gerade gefällt.“ Aber auch das, so glaubt Antonia, habe mit der Historie zu tun. Vor allem die ältere Generation erlebt Antonia in vielen Bereichen als eher skeptisch, zurückhaltend und abwartend. Die Prägung durch die Sowjetzeit sei in dieser Altersgruppe umfassend. Doch es bewege sich auch etwas im Land. Die neue Generation sorge in manchen Bereichen für frischen Wind und dränge auf Veränderung. 

    Antonias Hoffnung, sich mit einer fremden Kultur zu beschäftigen und dadurch mehr über sich zu erfahren, ist aufgegangen. Die Zeit in Litauen hat sie als große persönliche Bereicherung erfahren:  „Ich kann allen, die ihre Schulausbildung abgeschlossen haben, nur zu einem Jahr im Ausland raten“, sagt Antonia. „Es tut jedem gut, sich auszuprobieren, zu reisen und eine völlig andere Welt zu erleben.“

  • Zaid Hares Azadzoy, 26

    Eigeninitiative gefordert

    Zaid Hares Azadzoy möchte zu neuen Ufern aufbrechen. Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) führt ihn nach Trbovlje, einer Stadt in Zentralslowenien. Dort sammelt er Erfahrungen, die ihn auf seinem weiteren Lebensweg voranbringen werden. 

    Europäische Freiwillige sind flexibel. Viele von ihnen bringen sich auf unterschiedliche Weise ein und erfüllen verschiedene Aufgaben. Zaid Hares Azadzoy ist einer der Freiwilligen, die sich auf mehreren Feldern bewiesen haben. Er hat ein halbes Jahr in Slowenien verbracht. In diesem Zeitraum war er gleichzeitig „Creative Volunteer“, arbeitete in einer Behindertenwerkstatt und unterrichtete Jugendliche im Deutsch-Unterricht.

    Slowenien: eine neue Erfahrung

    „Ich hatte kein konkretes Ziel“, sagt Zaid Hares. „Skandinavien, Irland, Großbritannien oder irgendein Land auf dem Westbalkan kamen für mich gleichermaßen infrage.“ Der Verein für internationalen und interkulturellen Austausch VIA e.V. entsendet den 20-jährigen Hamburger schließlich nach Trbovlje, einer Stadt in Slowenien. Mit dem Auto braucht man ungefähr 50 Minuten, um in die Hauptstadt Ljubljana zu kommen. Das Projekt reizt ihn und das Ziel Slowenien verheißt eine vollkommen neue Erfahrung.

    Zaid Hares Erwartungen werden erfüllt: Als „Creative Volunteer“ arbeitet er zwei Tage wöchentlich in einem Jugendzentrum. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Man veranstaltet Workshops, initiiert Erasmus-Jugendbegegnungen und organisiert Sportveranstaltungen. Die Besucherinnen und Besucher des Jugendzentrums sind zwischen 16 und 30 Jahren alt. Weitere zwei Tage in der Woche verbringt der junge Freiwillige in einer Behindertenwerkstatt, wo er die Betreuer bei ihrer Arbeit unterstützt. Freitags schließlich schlüpft er in die Rolle eines Mentors für die Schüler und vermittelt den 13- bis 15-jährigen die deutsche Jugendkultur und hilft ihnen, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern.

    Ein antirassistisches Fußballturnier

    Die Aufgabe als „Creative Volunteer“ hinterlässt einen besonderen Eindruck. Die Europäischen Freiwilligen werden ermutigt, eigene Ideen einzubringen. Zaid Hares ist dabei in seinem Element. Er organisiert ein antirassistisches Fußballturnier, das zu seinem persönlichen Highlight wird. Der junge Hamburger spielt selber Fußball und engagiert sich gleichzeitig in antirassistischen Gruppen. In sein eigenes Projekt investiert er unglaublich viel Einsatz und jede Menge Herzblut. Die Durchführung wird ein voller Erfolg, der auch nachwirkt: „Durch das Turnier hat sich der Kontakt zu vielen Leuten in Slowenien noch einmal intensiviert“, sagt er. „Außerdem habe ich Menschen kennengelernt, die bereits ähnliche Projekte verwirklicht haben und mich dadurch inspiriert haben.“

    Soziale Probleme der Stadt

    Trbovlje war früher eine Industriestadt. Den Übergang in das Dienstleistungszeitalter hat die Stadt verpasst. Die berufliche Perspektive vieler junger Menschen ist dürftig. Die hohe Arbeitslosigkeit und die damit verbundenen sozialen Probleme sind vor allem in der jüngeren Bevölkerung greifbar. Das führt dazu, dass viele junge Slowenen sehr lange bei ihren Eltern wohnen. „Natürlich gibt es auch einige Studenten, die ihr eigenes selbständiges Leben führen, aber es ist schon auffällig, wie viele bis zu ihrem 30. Lebensjahr unter dem Dach der Eltern bleiben.“ 

    Slowenien hat Zaid Hares als sehr schönes und abwechslungsreiches Land erlebt. Sowohl die Bergregion als auch die Küste seien sehr reizvoll. Vor allem Ljubljana hat ihm aufgrund seiner vielfältigen Kultur imponiert. Die Slowenen charakterisiert er als ruhige, entspannte Menschen, die im Vergleich zu anderen Europäern etwas verschlossener seien.

    Zaid Hares hat sich im Laufe des halben Jahres persönlich deutlich weiter entwickelt. „Alleine in einer fremden Stadt in einer kleinen Wohnung zu leben, war eine völlig neue Situation“, sagt er. „Ich musste auf einmal meinen Alltag selber organisieren, alleine kochen und den Haushalt führen.“ Der junge Hamburger sieht sich dadurch gereift und ist sich sicher, heute auch wesentlich besser auf Menschen zugehen zu können als noch vor seinem EFD. „Ich habe festgestellt, welche Bedeutung Eigeninitiative im Leben hat“, erzählt Zaid Hares. Diese Erfahrung wird ihm sicher auch künftig helfen. Mittlerweile lebt er in Göttingen, wo er Politische Wissenschaften und Volkswirtschaftslehre studiert.

  • Radost Herboth, 26

    Von der Großstadt in ein Bergdorf

    Radost Herboths Weg führt von Berlin in ein sardisches Bergdorf. Auf der italienischen Insel arbeitet sie mit Senioren, Kindern und Jugendlichen und organisiert Veranstaltungen für die Gemeinde. In dieser Zeit lernt sie die Vorteile des ländlichen Lebens zu schätzen.

    Radost zieht es nach dem Abitur ins Ausland. Das Ziel soll Italien sein. Schließlich hat sie in der Schule sieben Jahre Vokabeln gepaukt und Grammatik gelernt. Jetzt will sie die Sprache richtig anwenden und endlich fließend Italienisch sprechen. Von einer Freundin erfährt sie vom Europäischen Freiwilligendienst (EFD) und bewirbt sich bei verschiedenen Projekten. Schließlich kommt sie nach Sardinien.

    Neue Perspektive auf das Leben

    „Ich bin auf der Insel in einem Bergdorf mit ungefähr 700 Einwohnern gelandet“ erzählt die Berlinerin. „Das war zwar zunächst eine große Umstellung, aber ich weiß heute, dass es der perfekte Ort für mich war.“ Sie hat das Dorf sehr schnell liebgewonnen. Die Menschen erleichtern ihr die Eingewöhnung und empfangen sie mit offenen Armen. Ein derart intaktes soziales Gefüge und solch ein enger Zusammenhalt sind für sie eine völlig neue Erfahrung. Das kleine Bergdorf wird für Radost schnell zu einer zweiten Heimat. Bis zu ihrer Ankunft auf Sardinien war die 19-Jährige überzeugt, sie sei der totale Großstadtmensch, doch schon die ersten Eindrücke in ihrem Dorf zeigen ihr eine ganz neue Seite. „Der EFD hat mir die Vorzüge des Lebens innerhalb einer Dorfgemeinschaft aufgezeigt“, erzählt sie. „Heute empfinde ich die Großstadt als anstrengend.“ Die veränderte Haltung führt letztlich auch dazu, dass die Berlinerin sich entscheidet, nach dem EFD ein Studium in Rostock zu beginnen.

    Organisieren und Unterrichten

    Ihre Aufnahmeorganisation ist die Gemeindeverwaltung des Dorfes, für die sie gleichzeitig auch arbeitet. Radost und ein weiterer Freiwilliger aus der Ukraine engagieren sich gemeinsam in einem Langzeitprojekt. Sie organisieren mit der Gemeinde Veranstaltungen, wie zum Beispiel das Herbstevent der „Offenen Höfe“, bei dem die Bewohner den Besuchern ihre Haustüren öffnen, traditionelle Gerichte zubereiten und die Produkte ihres Kunsthandwerk anbieten. Darüber hinaus betreut Radost Grundschulkinder sowie Senioren und leitet Sprachkure für Jugendliche. Zwischenzeitlich gibt sie auch Englisch- und Musikunterricht. Die überwiegende Zeit jedoch unterrichtet sie Deutsch. Außerdem findet während ihres EFD ein Kurzzeitprojekt statt, das 14 Jugendliche aus sechs verschiedenen Ländern in das kleine Bergdorf bringt. An diese zwei Wochen erinnert sich Radost besonders gerne: „Die Arbeit mit den Jugendlichen war eine wahnsinnig spannende und aufregende Erfahrung.“

    Den Horizont erweitern

    Trotz aller positiven Erlebnisse, denkt Radost aber auch an einige schwierige Erfahrungen zurück. Selber etwas in ihrem Projekt zu bewirken, ist für die Freiwillige gar nicht so einfach. Sie stößt oft auf Widerstände. „Meine Herangehensweise war wahrscheinlich zu idealistisch“, erzählt die 19-Jährige. „Ich wollte zum Beispiel gerne etwas für die Verständigung zwischen den Generationen tun.“ Die großen Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Menschen fallen ihr besonders auf. Doch ihr Wunsch zu helfen und Brücken zu bauen, damit sich daran etwas ändert, stößt auf Widerstand. Häufig scheitern ihre Ideen an der Gemeinde. Entweder hapert es an der Finanzierung oder die Mitarbeiter arbeiten zu langsam und lehnen die Ideen der Freiwilligen einfach ab. „Das war sehr frustrierend“, resümiert Radost. Im kleinen Kreis habe sie mehr bewirken können, erzählt sie. Durch viele Gespräche mit ihren Freunden vor Ort habe sich der Horizont aller erweitert. Die Gespräche gehen auch zu Hause weiter. Nachdem Radost viel von ihrer Zeit auf Sardinien berichtet hat, überlegen nun auch einige ihrer Berliner Freunde für einige Zeit ins Ausland zu gehen, freut sich Radost.

    Vertrautes Europa

    In manchen Gesprächen erfährt sie, dass viele Italiener einen sehr kritischen Blick auf Europa haben. Auf Sardinien sei die Skepsis noch verbreiteter als im restlichen Land, sagt Radost. Diese Haltung ist ihr neu. Sie selbst, ihre Freunde zu Hause und die Familie glauben an den europäischen Gedanken und sind vom Nutzen der EU überzeugt. Durch die Diskussionen auf Sardinien erfährt Radost, dass es auch andere Blickwinkel gibt. Trotzdem ist sie in den Gesprächen stets bemüht, für ihre Sicht auf Europa zu werben.

    Durch den zehnmonatigen EFD ist ihr Europa vertrauter geworden. „Die persönlichen Verbindungen machen alles viel klarer und konkreter“, sagt Radost. Die Europäische Union war zuvor etwas Abstraktes. Heute sieht Radost die Möglichkeiten der EU wesentlich deutlicher und auch die einzelnen Länder Europas mit ihren jeweiligen Besonderheiten nimmt sie jetzt viel bewusster wahr. 

Youthreporter Logo

Das wahre EFD-Leben: youthreporter vor Ort

youthreporter.eu ist das wahre (Freiwilligen-)Leben. Hier findest du aktuelle Geschichten und Eindrücke von Jugendlichen, die als Europäische Freiwillige unterwegs sind. Geschrieben wird, was bewegt: ob als Tagebuch, Reportage oder Gedicht - alles ist drin.

The Danger of a Single Story

Last night at dinner I suddenly remembered this video (https://www.youtube.com/watch?v=D9Ihs241zeg) and once again realised how true it is... I really recommend to watch it! :)

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Die Würfel sind gefallen: Österreich hat einen neuen Bundespräsidenten

Über den Wahlkampf der österreichischen Bundespräsidentenkandidaten und welcher Kandidat vor allem bei der Jugend punkten konnten sowie die endgültige Entscheidung nach der Stichwahl.

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ApriLilly

Aprilblog. Wenn ich nun zusammenfasse, lest ihr nur die Zusammenfassung. Lest doch lieber den Blog! :)

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Die 2. Woche

Meine "kurze" Übersicht über alles, was letzte Woche alles passiert ist.

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LOS legen

Datenbank mit EFD-Projekten

Wie komme ich an einen EFD-Platz?

Als erstes brauchst du eine Entsendeorganisation. Die zu finden, ist deine Aufgabe.

Die Entsendeorganisation sucht gemeinsam mit dir ein Aufnahmeprojekt im Ausland. Sie kümmert sich um deine Vorbereitung, die Tickets, den Papierkram, die Versicherung, usw.

Es lohnt sich, mehrere Entsendeorganisationen gleichzeitig zu kontaktieren. Wie du dich bewirbst, klärst du direkt mit der Organisation.

Und wie komme ich an eine Entsendeorganisation?

Momentan gibt es über 200 anerkannte Entsendeorganisationen in Deutschland - von Aurich bis Witzenhausen. Sie alle sind in einer Datenbank der Europäischen Kommission aufgelistet.

Also, ...
1. Schritt: In der Datenbank nach Entsendeorganisationen suchen.
2. Schritt: Mehrere Organisationen anrufen oder E-Mail schreiben und fragen.

Und hier geht es zur Datenbank auf dem Jugendportal der EU-Kommission...

Wie lange vorher muss ich mich um eine Entsendeorganisation kümmern?

Auch hier gilt: Je früher, desto besser. Du solltest dich mindestens acht Monate bevor du ins Ausland willst, um eine Entsendeorganisation kümmern.

Freie Plätze in EFD-Projekten

Auf dem Europäischen Jugendportal gibt es die Database of Volunteering Opportunities. EFD-Organisationen können hier ihre freien EFD-Plätze bewerben.

Dies kann Euch die Suche nach einem EFD-Platz erleichtern. Schaut nach, ob etwas für Euch dabei ist.

Zu den freien Plätzen...

Was ist, wenn?

Man möchte gerne vorher schon wissen, was auf einen zukommen kann. Alle Eventualitäten können wir nicht abdecken. Aber es gibt ein paar Fragen, auf die wir im Vorfeld Antworten geben können.

Fragen und Antworten zum Thema findest du in unserer FAQ

Die wichtigsten Begriffe zum EFD

Von Aufnahmeorganisation bis Zwischentreffen - hier sind sie noch einmal kurz erklärt: die wichtigsten Begriffe zum EFD.

FAQ

Tapetenwechsel - Der EFD zum Nachlesen

Klicke auf den Banner um unsere Slideshare Publikation anzusehen!

In der Broschüre findest du noch einmal Antworten, Praxisbeispiele und weiterführende Adressen zum EFD.
Brauchst du die Infos Schwarz auf Weiß, dann kannst du dir den Tapetenwechsel auch bestellen.

Fragen?

Hast du noch spezielle Fragen zum EFD?

Das EFD-Team von JUGEND für Europa hilft dir weiter: efd@jfemail.de.

Oder schreib uns auf Facebook!

Du hast Fragen zu anderen möglichen Aufenthalten im Ausland?

Eurodesk berät dich kostenlos und neutral.

Internet: www.rausvonzuhaus.de
E-Mail: eurodeskde@eurodesk.org
Telefon-Hotline (Mo.- Fr., 10 Uhr - 16 Uhr): 0228 - 9506250

... und wenn es mit dem EFD nicht klappt?

Nicht verzagen, denn: Der EFD ist nicht die einzige Möglichkeit, ins Ausland zu gehen.

Du könntest zum Beispiel einen Au-Pair-Aufenthalt im Ausland machen, ein Freiwilliges Soziales oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Ausland oder einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst (weltwärts) oder, oder, oder.

Probiere einmal den Online-Auslandsberater von Eurodesk aus. Er filtert die Chancen und Förderprogramme heraus, die für dich in Frage kommen.

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Dein comeback nach dem EFD

Du bist zurück und fragst Dich: Wie geht es jetzt weiter? Was mache ich mit meinen Erfahrungen aus dem EFD? Wen interessiert eigentlich, was gelaufen ist und wie es mir geht?

Für alle, die aus dem EFD zurückkommen, findet einmal im Jahr das große Rückkehr-Event statt.

comeback, das sind 300 ehemalige EFDler und EFDlerinnen an einem Ort und damit nicht nur das größte Event seiner Art in Deutschland, sondern auch eine einmalige Chance für Geschichten, Erfahrungen, Ideen und Veränderungen.

comeback bietet dir neben spannenden Workshops auch noch viele kreative Impulse für deine Zukunft. Du hast Zeit, Freunde aus deiner Zeit als Europäische/r Freiwillige/r zu treffen, dich mit anderen auszutauschen... und natürlich wird dein comeback ausgiebig gefei

Ich bin EuroPeer!

Wer sind EuroPeers?

EuroPeers sind junge Menschen, die einen Europäischen Freiwilligendienst absolviert haben und die ihre Erfahrungen an andere Jugendliche weitergeben möchten.

EuroPeer werden und Andere für den EFD begeistern

Sie gehen in Schulen, Jugendclubs oder Fußgängerzonen, um Jugendlichen von ihren Erfahrungen mit Europa zu erzählen. Sie informieren über das Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION sowie über andere Mobilitätsprogramme und gestalten Workshops, Schulstunden oder Ausstellungen zum Thema Europa.

Mehr zu den EuroPeers erfährst du auf www.europeers.de.